Ganz Schön Zerlegt

Die Kunst, Dinge neu zu ordnen

In dem Bildband “Ganz Schön Zerlegt” nimmt Todd McLellan 50 verschiedene Geräte in ihre Einzelteile auseinander und fotografiert diese anschließend akribisch sortiert und ästhetisch in Szene gesetzt.

Die Objekte werden in Kapiteln nach Größe geordnet und reichen von S (IPod), M (Laptop), L (Espressomschine) bis hin zu XL (Zweisitziges Leichtflugzeug). Insgesamt werden beeindruckende 21.959 Einzelteile abgebildet. Schnell stellt sich die Frage nach dem Warum. McLellan gibt hierauf Antwort in seinem Vorwort. Neben einem persönlichem Interesse an der Funktionsweise von technischen Geräten und deren Entwicklung ist es hauptsächlich die Frage, wie die zunehmende Komplexität dieser Geräte unser Nutzungs- und Konsumverhalten beeinflusst, die ihn antreibt.

Auf 128 Seiten werden also insgesamt 175 Abbildungen präsentiert, die unsere Beziehung zu den Geräten unseres Alltags hinterfragen sollen und den Forschergeist, den es benötigt, um nicht mehr funktionierende Geräte nicht einfach auszumustern, sondern dem Fehler auf den Grund zu gehen, zu fördern. Dass Nachhaltigkeit der Grundtenor des Werkes ist, wird durch die vier hinzugezogenen Essays deutlich. So kommen Kyle Wiens, Mitbegründer der iFixit-Initiative, Gever Tulley, Initiator einer “Bastelschule” für Kinder, die Konservatorin Penny Bendall und der Recycling-Wissenschaftler Dr. Joseph Chiodo zu Wort. Letzterer konstatiert:

Die meisten Produkte werden entwickelt, um zusammengebaut und nicht, um eines Tages in kontrollierter, umweltverträglicher und dazu noch ökonomisch profitabler Weise entsorgt zu werden. Wenn sie ihren Dienst versagen oder vorzeitig kaputtgehen, werden sie überflüssig.” 

Eine Leseprobe des Ullmann-Verlags finden sie hier.

 

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