Die Kultur der Reparatur

Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl unterbreitet mit seinem Buch Die Kultur der Reparatur ein leidenschaftliches Plädoyer gegen die Mentalität der Wegwerfgesellschaft hin zu Nachhaltigkeit, die in vielen Fällen eben auch durch eine Reparatur von kaputten Geräten und Gegenständen erreicht werden kann. Versehen mit vielen Anekdoten aus seinem Privat- und Berufsleben zeigt Heckl die Vorzüge und den Reiz des Reparierens auf. Dem Generaldirektor des Deutschen Museums gelingt es hierbei gekonnt, stets seinen technischen Sachverstand so mit einfließen zu lassen, dass viele Zusammenhänge klar werden und Dinge in einem völlig neuen Licht erscheinen. Hierzu zieht er Parallelvergleiche zu der Reparaturfähigkeit der Natur, er zeigt marktwirtschaftliche Mechanismen auf und beleuchtet die Folgen des aktuell praktizierten Konsums. 

 

Als Hoffnungsschimmer skizziert Heckl aber auch die aktuell erstarkende Gegenbewegung: Repair-Cafés, wo Leute sich treffen, um mit zur Verfügung stehenden Werkzeug und Know-How gemeinsam kaputte Gegenstände zu reparieren. Dies ist nur ein Beispiel der Do-it-yourself-Bewegung, die es eben nicht länger hinnehmen möchte, dass (elektrische) Geräte zum Teil auch gewollt nach kurzer Zeit den Geist aufgeben und die Industrie sie so konzipiert hat, dass eine Reparatur/Austausch des defekten Teils nicht erwünscht ist.

Eine Leseprobe des Goldmann-Verlags finden sie hier.

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